KS300


Ich konnte in der Bucht sehr günstig eine gebrauchte Wetterstation für das FS20-System erjagen.
Auf dem Bild sind das die beiden oberen Teile, der untere Windsensor gehört zur bisherigen Markisensteuerung. In dem rechten Gehäuse sind Sensoren für Wind, Temperatur und Luftfeuchtigkeit untergebracht; das linke Tönnchen sammelt Regenwasser und lässt es über ein Wippe laufen: Nach Anzahl der Klacks wird die Regenmenge ermittelt. Diese Daten werden alle paar Minuten oder bei Bedarf in einem Funktelegramm gesendet. Eine Wetterstation stellt diese hübsch dar, aber v.a. kann der fhem-Server sie auswerten. Ich war sehr überrascht, dass das regelrecht plug&play-mäßig ging: dank des autodetect-Moduls erkannte Fhem gleich, dass hier irgendwo eine Wetterstation funkt, und hat sie automatisch eingebunden. Die Auswertungsgrafiken sind etwas basic, aber sie wurden sofort ins Webinterface eingebunden, ohne dass ich etwas dazu tun musste:

Leider stellt sich auch heraus, dass mit diesem Gerät die erhoffte Steuerung einer der Markisen nicht möglich sein wird. Das Ding sendet alle paar Minuten, wie gesagt. Falls der Wind heftige Böen hat, ist die Markise in der Zwischenzeit zerfetzt... Aber immerhin funktioniert der weniger zeitkritische Regenmesser verlässlich: Wenn es an einem Tag ordentlich geschüttet hat, kann man die Bewässerung automatisch auslassen.
Übrigens: Das Foto ist mein erster, noch etwas verwackelter Versuch eines
HDR-Bildes, mit der Reihenbelichtungsautomatik meiner Canon und HDRtist erstellt.
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Apple-Store


In Dresden konnte ich erstmals länger einen Apple-Store anschauen und beobachten. Bisher war es ja nur eine kurze Stippvisite in London und in München gewesen. Ich will auch gar nicht stöbern und gar nichts kaufen, denn ich habe alles, was ich brauche, und kenne das alles, was ich nicht haben will, relativ genau.
Aber trotzdem bin ich zum vierten oder fünften Mal in drei Tagen hier in der Altmarktgalerie - alleine schon wegen der akuten Internet-Abstinenz: Meine
SIM-Karte habe ich in Rom verloren, habe nur die italienische Prepaid-Karte im Telefon - viel zu teuer zum surfen. Und bei unseren Freunden hier in DD gibt es auch kein Netzwerk, weil irgendwelche Dummköpfe der Vodafone-Hotline beim Tarifwechsel den falschen Vertrag gekündigt haben.
Nun, also bin ich happy, im Apple-Store viele Computer und ein kostenloses W-Lan nutzen zu können. Das ist wirklich so gewollt: Viele Leute hier spielen und daddeln auf den bereit stehenden Geräten herum, werden nicht dumm angequatscht und erst recht nicht in ein Verkaufsgespräch gedrängt. Der Shop scheint keine Quote im Auge zu haben, und es kann der Firma auch egal sein, ob die Kunden ihre Geräte hier oder oder im Internet-Applestore kaufen, vielleicht sogar ob überhaupt direkt bei Apple. Also lässt man die Leute wild herumprobieren, und wer weiß, wie viele dieser Leute sich über kurz oder lang einen Apple zulegen werden?
Es ist viel Gesprächspersonal in blauen T-Shirts zugegen, sehr locker, freundlich und offen werden die Geräte erklärt, wenn gewünscht. Sehr kompetent auch, denn anders als im Saturn-Markt eine Etage drüber gibt es ja nur eine eingeschränkte Produktbreite, über die man relativ leicht sehr viel wissen kann.
Was aber auch auffällt, ist die Breite des Publikums. Viele Jugendliche treiben sich um die iPods und iPhones herum, natürlich auch einige Nerds an den iMacs und Powermacs. Besonders ist aber hier die Anzahl von Menschen mittleren Alters, ganz offensichtlich ohne Computeraffinität. Und die Art, wie sie hier behandelt werden: ‚Niederschwellig‘ fällt mir dafür als Beschreibung ein. Ich bin sicher, dass für diese Menschen der Besuch hier angenehm ist, der in der Saturn-Computerabteilung unangenehm wäre.
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Rom

Voller Eindrücke aus Rom zurückgekehrt. Ich war schon etwa 20 Jahre nicht mehr da gewesen - viel hat sich nicht geändert. Vermutlich gibt es wenige Städte, die so wenig modisch sind und trotzdem mondän.
Es war eine wunderschöne Zeit mit herrlichstem Wetter und phantastischen Besichtigungen.
Was mir aber auffiel und aufstieß war das Bild, das der Katholizismus in Rom gibt. Wir hatten einen Familien-Running-Gag: Priester zählen. Nach einer Woche waren es 112 (einmal bekam es ein offensichtlich deutschsprachiger Kleriker mit und schmunzelte). Aber dennoch waren die Kirchen leer, bis auf Peterskirche und Pantheon (das ich selbst auch kaum als Kirche wahrnehme). Die Kirchenkrise ist eigentlich auch in Rom zu spüren, aber die Antworten darauf können mir nicht gefallen.

War das große Plakat von Johannes-Paul II noch von der Seligsprechung vor ein paar Wochen übrig geblieben? Man kann fast glauben, dass das nicht so ist. Im Wettbewerb der Bilder und Gipsstatuen in den Kitschläden jedenfalls siegt Giovanni Paolo deutlich gegen Benedetto, mindestens 3:1.
Besonders symbolisch wirkte dieses Bild auf mich:

Es hat den Eindruck, als käme alle Autorität des jetzigen Papstes vom vorigen.
Ich bin aufgewachsen in der ewigen Zeit des Papstes Woytila und des Kanzlers Kohl - wir empfanden das damals als eine bleierne Zeit. Jetzt ist Johannes Paul II hoch verehrt, selig, bald heilig - ich kann das fast nicht verstehen und kaum ertragen.
Und eine Zeitenwende ist nicht in Sicht - ich befürchte Schlimmes vom Deutschlandbesuch Benedikts im Herbst. Alle zaghaften Versuche, die Diakonsweihe für Frauen oder den Zölibat auf Freiwilligkeit anzufragen, werden erstickt.
Kein Aggiornamento, nirgends.
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iCloud

Ich harre mal wieder der Keynote, morgen Abend ist es soweit.
Diesmal ist sogar schon etwas vorab angekündigt worden, äußerst ungewöhnlich für Apple. Ein neuer Dienst namens iCloud soll angeboten werden, für den extra eine riesige Serverfarm gebaut wurde.
So ganz genau weiß man noch nicht, was das sein wird. Das Besondere wird vermutlich mit Musik und Filmen zu tun haben: Gerüchte handeln davon, dass man seine Musik- und Videosammlung im Netz bunkern und von dort streamen kann. Mir leuchtet noch nicht ganz ein, wozu ich das brauchen sollte, aber viele der Fans sind wohl schon ganz aus dem Häuschen.
Es ist klar, dass Apple einiges aufzuholen hat. Das inzwischen reichlich betagte MobileMe, vorher .Mac, davor iTools, wurde technisch gewaltig überholt und ist reichlich teuer: Dropbox, Flickr, Google - es gibt viele Anbeiter, die Ähnliches für umme leisten. Das ist der Grund,
warum ich ja auch nicht bereit war, 79€ jährlich zu berappen.
Aber als vor einiger Zeit Gerüchte aufkamen, MobileMe sollte bald zum Umsonst-Angebot werden, ließ ich mich auf einen kostenlosen Dreimonatstest ein und muss zugeben, dass ich beeindruckt bin: Die Einrichtung vom MobileMe ist super simpel, und das Synchronisieren der verschiedenen Familien- und Berufskalender auf diversen Geräten im Haushalt ist wirklich viel einfacher, als das über den Umweg des Google-Kalenders ging.
Leider ist das Probeabo abgelaufen, und seitdem sind meine Kalender auf Macbook, Mac mini und iPhone wieder solitär und entsprechend chaotisch. Daher erhoffe ich mir von Steve Jobs’ Keynote morgen nur ein einziges ‚one more thing’: Die Kalenderverwaltung von iCloud formerly known as MobileMe wird kostenlos. Alle anderen Clouddienste sind mir erst mal egal.
UPDATE:
Schöne Keynote: iCloud wird kostenlos, Kalender- und sonstige Synchronisierungen inclusive, das klingt richtig gut. Happy
Leider erst ab Herbst. Sad
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Bewässerung


Mein zweites Hausautomationsprojekt nach der Fernsteuerung meiner Kaffeemaschine ist die Bewässerung der Dachterrasse.
Dazu habe ich unter den Planken ein
Tröpfchenbewässerungssystem verbaut, das jeden der Pflanzenkübel mit einer kleinen Spritzdüse versorgt. Das Wasser wird von einem Magnetventil abgesperrt, welches wiederum von einer funkgesteuerten Relaisschaltung geregelt wird (der graue Kasten rechts unten im Bild). Die Kontrolle darüber hat wieder der Fhem-Server auf unserem Wohnzimmer-Mac-mini.
Nach ein bisschen Rercherche und Herumprobieren bekam ich dann sogar heraus, dass Fhem mit nur einem Befehl recht komplexe Ideen umsetzen kann. Ich habe einen iCal-Kalendereintrag gemacht, der drei Mal am Tag nur einen Befehl auslöst. Der lautet:

define IntervallbewaesserungDG at +*{Anzahl}00:Abstand:00 set BewaesserungDG on-for-timer Dauer


Der bewirkt, dass dann (Anzahl) mal die Bewässerung angeschaltet wird, und zwar alle (Abstand) Minuten für (Dauer) Sekunden, also z.B. 10 Mal für 30 Sekunden, alle 3 Minuten. (Das hat gegenüber einer fünfminütigen Dauerbewässerung den Vorteil, dass das Wasser sich besser verteilt und nicht gleich wieder unten aus dem Topf herausläuft.)
Die Werte für Anzahl, Abstand und Dauer werden jeweils aus einer Speicherdatei ausgelesen. Da diese Dateien in einem Dropbox-Ordner liegen, kann ich sie ganz einfach von überall aus einstellen, wo ich ins Internet komme. Das wirkt zwar als Konzept kompliziert, aber es schien mir der simpelste Weg zu sein, diese Parameter auch von Ferne zu steuern.
Ich würde ja auch gerne einen Feuchtigkeitssensor einbinden: Das Wasser sollte nur dann laufen, wenn die Erde wirklich trocken ist. Es gibt in Internetforen
Beschreibungen von Projekten, wo jemand das einschlägige Zubehörteil von Gardena zu einem FS20-Modul umgebaut hat. Da ich bezüglich Elektronik aber gerade mal weiß, an welchem Ende ein Lötkolben heiß wird, traue ich mich da noch nicht richtig ran.
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